Erkennung und Behandlung von Sepsis

Originaltitel: Entwicklung eines Qualitätssicherungsverfahrens nach § 136 SGB V und Beauftragung des Instituts nach § 137a SGB V mit der Erarbeitung einer Konzeptskizze zum Thema "Erkennung und Behandlung von Sepsis"

Unterausschuss Qualitätssicherung

Stand des Beratungsverfahrens:

  • 21.12.2017 Antrag der Patientenvertretung im Plenum
Hintergrund
Im Jahr 2015 wurden bei ca. 320.000 Menschen eine Sepsis und bei ca. 137.000 Menschen eine schwere Sepsis diagnostiziert. 23,1 % bzw. 41,2 % starben noch im Krankenhaus, viele der Überlebenden erlitten dauerhafte Schäden.

Die Sepsis (Blutvergiftung) ist die häufigste Todesursache bei Infektionen. Sie ist keine Vergiftung im herkömmlichen Sinne, sondern entsteht, wenn die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion das eigene Gewebe und die eigenen Organe schädigt. Der Körper reagiert auf Bakterien im Blut und schädigt sich dabei selbst. Eine Sepsis kann zu Schock, Multiorganversagen und Tod führen, vor allem wenn die Sepsis-Symptome nicht früh genug erkannt und sofort behandelt werden.

Eine Sepsis entsteht nicht immer durch eine sichtbare entzündete Wunde. Häufige Ursachen sind auch Infektionen wie zum Beispiel eine Lungenentzündung. Dabei gelingt es den Erregern (Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten) die lokale Begrenzung der Infektion zu durchbrechen. Durch eine frühzeitige Behandlung (Antibiotika, intravenöse Flüssigkeitsgabe, Instandhaltung des Blutkreislaufs) kann das Risiko an einer Sepsis zu versterben halbiert werden.

Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung ist die Erkennung der eher unspezifischen Frühzeichen einer Sepsis und ein schnelles Einsetzen der spezifischen Maßnahmen, insbesondere der Antibiose binnen einer Stunde.

Antrag der Patienetenvertretung
Daher hat die Patientenvertretung beim G-BA den Antrag auf Entwicklung einer wirksamen Qualitätssicherungsmaßnahme zur Verbesserung der Erkennung und Behandlung von Sepsis gestellt. Ziel ist es durch konsequente Einhaltung und Überprüfung, insbesondere der Behandlungsprozesse, Verbesserungen (Sterblichkeitsrate, Krankheitshäufigkeit) für Patientinnen und Patienten zu erreichen.

Pressemitteilung der maßgeblichen Patientenorganisationen