Patientenautonomie im Fokus: Erfolgreiches Treffen der Patientenvertreter:innen in Erkner
18.04.2026
Unter dem Motto „Patient:innen steuern(?) – Patientensteuerung und Patientenautonomie“ kamen vom 17. bis 18. April 2026 rund 130 Patientenvertreter:innen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in Erkner bei Berlin zu einem bundesweiten Schulungs- und Abstimmungstreffen zusammen.

© G-BA/ Stabsstelle Patientenbeteiligung
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Effizienzanforderungen, politische Steuerungsinstrumente und die Autonomie der Patient:innen miteinander vereinbart werden können. Ziel war es, die aktuelle Debatte um Patientensteuerung im deutschen Gesundheitswesen fundiert zu beleuchten und kritisch einzuordnen.
Nach der Begrüßung durch den Moderator der Veranstaltung, Wolfgang van den Bergh, wurden erstmals Ergebnisse der Versichertenbefragung 2025 vorgestellt. Anschließend gaben hochrangige Vertreter aus Gesundheitspolitik und Selbstverwaltung sowie Akteure aus Versorgungsforschung und Praxis mit Vorträgen und in Diskussionsrunden wichtige Impulse – darunter der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten, Stefan Schwartze MdB, sowie der unparteiische Vorsitzende des G-BA, Prof. Josef Hecken.
Am Nachmittag boten themenspezifische Workshops im Rahmen der Themenpalette der Gremien beim G-BA, Innovations- und Leistungsgruppenausschuss Raum für vertiefende Diskussionen und fachlichen Austausch. Gemeinsam mit Expert:innen aus Wissenschaft, Versorgungspraxis und Selbstverwaltung wurden unterschiedliche Formen der Patientensteuerung im Gesundheitssystem und deren Auswirkungen auf eine patientenorientierte Versorgung beleuchtet. Thematisch reichte das Spektrum von Steuerungsinstrumenten in der ambulanten Versorgung und dem Einsatz evidenzbasierter Entscheidungshilfen bis hin zu regionalen Arzneimittelvereinbarungen und deren Einfluss auf die Behandlungspraxis. Weitere Schwerpunkte lagen auf den Chancen und Risiken der Krankenhausreform, der Zukunft der Disease-Management-Programme in der hausarztzentrierten Versorgung, den Potenzialen regionaler Versorgungsnetzwerke für eine koordinierte, patientenzentrierte Versorgung sowie der Bedeutung von Qualitätsinformationen und Transparenzportalen für informierte Patientenentscheidungen. Auch die Rollen der Methodenbewertung und des Medizinischen Dienstes wurden diskutiert. Die Workshops machten deutlich, wie wichtig eine ausgewogene Verbindung von effizienter Versorgung und echter Patientenautonomie ist. Neben dem fachlichen Austausch erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Erkenntnisse, Einschätzungen und Positionen zu den spezifischen Themen im Hinblick auf die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen und Herausforderungen.
Am zweiten Veranstaltungstag richtete sich der Blick auf digitale Steuerungsinstrumente und Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen. Expertinnen aus Institutionen wie Gematik, vzbv, AOK, BKK Dachverband, BAG Selbsthilfe und des Innovationsfonds im G-BA beleuchteten die Chancen und Grenzen digitaler Anwendungen. Im Fokus standen u. a. die elektronische Patientenakte, Arztterminportale, aktuelle Projekte des Innovationsfonds sowie Zukunftsperspektiven einer digital gesteuerten Gesundheitsversorgung und die übergeordnete Frage, ob mit Hilfe der Technik aktuelle Versorgungsprobleme gelöst werden können.
Zum Abschluss würdigte Dr. Martin Danner das große Engagement und die Expertise der Patientenvertreter:innen. Sie seien unverzichtbare, unermüdlich aktive Mitgestalter der Versorgung.
Die Stabsstelle Patientenbeteiligung bedankt sich bei allen Beteiligten für die gelungene Veranstaltung und den gemeinsamen fachlichen Austausch!