Fettabsaugung

Fettabsaugung bei krankhafter Fettverteilungsstörung

Antrag vom 20.03.2014

Letzte Änderung: 20.07.2017

Originaltitel: Prüfung der Methode Liposuktion bei Lipödem nach § 135 und § 137c SGB V

Unterausschuss Methodenbewertung

Stand des Beratungsverfahrens

  • 20.07.2017: Für die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung sowie Richtlinie Methoden Krankenhausbehandlung wurde beschlossen (noch nicht in Kraft):
    - Aussetzung des Bewertungsverfahrens bis 30. September 2022
    - Beratungsverfahren zur RL zur Erprobung gemäß 137e SGB V wird eingeleitet
    - Methode beruht nicht maßgeblich auf dem Einsatz bestimmter Medizinprodukte
  • 22.05.2014: Annahme des Antrags durch G-BA (Plenum) und Einleitung des Beratungsverfahren gemäß 1. Kapitel § 5 der Verfahrensordnung
  • 20.03.2014: Antrag der Patientenvertretung auf Prüfung der Methode Liposuktion bei Lipödem nach § 135 und § 137c
    SGB V

Hintergrund

Das Lipödem ist eine schwere Fettverteilungsstörung. Es kommt zu einer erhöhten Anzahl an krankhaft veränderten Fettzellen hauptsächlich an Ober- und Unterschenkeln, seltener an den Armen. Sie treten immer symmetrisch auf und sind gekennzeichnet durch die enorme Volumenzunahme der Beine bzw. Arme im Kontrast zum meist schlanken Rest des Körpers. 
Die Betroffenen sind massiv in ihrer Lebensqualität eingeschränkt und leiden unter folgenden Beschwerden: Schmerzen (Berührungs- und Druckschmerz), Neigung zu Blutergüssen (Hämatomen), Spannungs- und Schweregefühl der Arme und Beine sowie Bewegungseinschränkungen.
Die Ursache ist bisher nicht bekannt. Es sind jedoch fast ausschließlich Frauen betroffen. Die Krankheit verfestigt sich in der Regel am Ende der Pubertät, kann jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt z. B. nach einer Schwangerschaft oder während der Wechseljahre (Klimakterium) auftreten. In etwa der Hälfte der Fälle geht die Erkrankung mit Übergewicht einher. Zudem wird von einer erblich bedingten Veranlagung der Betroffenen ausgegangen.
Das Lipödem ist medikamentös nicht heilbar und kann auch nicht durch Sport oder Diäten beeinflusst werden. Die symptomatische Therapie besteht derzeit aus einer Kombination aus Lymphdrainage, Bestrumpfung (Kompression), Bewegungstherapie und Hautpflege. Diese als kombinierte physikalische Entstauungstherapie (KPE) bezeichnete Behandlung kann allerdings die bestehende Fettvermehrung nicht beeinflussen. Dies gelingt nur durch eine Fettabsaugung (Liposuktion).

Liposuktion

Bei der Liposuktion wird überschüssiges Fett verflüssigt und abgesaugt. Wie alle operativen Maßnahmen birgt sie auch Risiken, wie z. B. Infektionen. Diese können durch geeignetes Fachpersonal und qualifizierte Einrichtungen minimiert werden. Durch den Einsatz möglichst gewebeschonender Verfahren wird das Risiko für die Betroffenen minimal gehalten. Im Ergebnis kann durch die Liposuktion eine Verbesserung der krankheitsbedingten Beschwerden der Betroffenen erreicht werden und in den meisten Fällen die Häufigkeit der konservativen Therapie verringert oder ganz eingestellt werden.

Mit ihrem Antrag möchte die Patientenvertretung erreichen, dass die Liposuktion bei Lipödem nach Bewertung durch den G-BA von den Krankenkassen übernommen werden.

Beschluss

20.07.2017. Nach langen Beratung hat der G-BA gegen den Antrag zur Aufnahme der Liposuktion als Kassenleistung entschieden. Der Liposuktion bei Lipödem wird ein Potenzial aber noch kein Nutzen belegt. Bis zum 30. September 2022 ist das Bewertungsverfahren jetzt ausgesetzt und durch eine Erprobungsstudie soll der Nutzen der Methode belegt werden. Mit dem Beschluss der Erprobungsrichtlinie ist im Januar 2018 zu rechnen.

Die Beschlüsse zur Aussetzung des Methodenbewertungsverfahrens werden dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und treten nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.