Zahnfleischentzündung

Behandlungsstandards bei Zahnfleischentzündung (Parodontitis)

Antrag vom 22.07.2013

Letzte Änderung: 30.04.2018

Originaltitel: Prüfung der Methode Systematische Behandlung von Parodontopathien (Par-Behandlung) gemäß § 135 Abs.1 in Verbindung mit § 25 SGB V

Unterausschuss Methodenbewertung

Stand des Beratungsverfahrens

  • 30.04.2018: IQWiG Abschlussbericht
  • 24.01.2017: IQWiG veröffentlicht Vorbericht
  • 14.09.2015: Vorläufiger Berichtsplan des IQWiG veröffentlicht
  • 19.03.2015: Beauftragung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Recherche, Darstellung und Bewertung des aktuellen medizinischen Wissenstandes zur Systematischen Behandlung von Parodontopathien durch den G-BA
  • 17.10.2013: Annahme des Antrags durch G-BA (Plenum) und Einleitung des Beratungsverfahren gemäß 1. Kapitel § 5 der Verfahrensordnung
  • 22.07.2013: Antrag der Patientenvertretung auf Prüfung der Methode „Systematische Behandlung von Parodontopathien (Par-Behandlung)“ gemäß § 135 Abs.1 in Verbindung mit § 25 SGB V

Hintergrund

Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnbetts, die durch Bakterien verursacht wird. Das Zahnbett, auch Zahnhalteapparat genannt, verbindet den Zahn mit dem Kiefer. Während bei einer Gingivitis als Vorstufe einer Parodontitis ausschließlich das Zahnfleisch entzündet ist, ist bei einer Parodontitis die Entzündung vom Zahnfleisch bis zum Zahnbett ausgebreitet. Dabei kommt es zur Bildung von Zahnfleischtaschen und einem Abbau des Zahnhalteapparats. Es kann zu Zahnlockerungen, Zahnschmerzen und Eiteraustritt aus den Zahnfleischtaschen kommen. Bleibt eine Parodontitis unbehandelt, kommt es zum Zahnverlust.

Die Ursachen für die Entstehung einer Parodontitis sind vielfältig. Eine unzureichende Mundhygiene und genetische Faktoren spielen häufig eine entscheidende  Rolle in der Krankheitsentstehung. Raucher haben ein besonders hohes Risiko zu erkranken. Auch ältere Personen sowie Personen mit Diabetes mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen tragen ein höheres Krankheitsrisiko.

Zur Diagnostik einer Parodontitis wird der sog. Parodontalzustand erhoben. Dabei ist das Messen der Taschentiefe mittels einer Sonde eine standardisierte Vorgehensweise. Bei einer Parodontitis ist eine systematische Behandlung erforderlich. Dazu zählen das Entfernen bakterieller Belege und Zahnstein im Rahmen der sog. mechanischen Therapie. Je nach Krankheitsschwere sind unter Umständen eine Antibiotika-Behandlung oder auch chirurgische Maßnahmen erforderlich.

Patientinnen und Patienten, die einmal an Parodontitis erkrankt waren, haben ein erhöhtes Risiko für einen erneuten Krankheitsausbruch. Daher ist für den langfristigen Behandlungserfolg die Nachsorge entscheidend, bei der regelmäßig der Parodontalzustand bestimmt wird, Hinweise zur Mundhygiene gegeben werden und eine professionelle Reinigung der Zähne erforderlich sein kann.

Antrag der Patientenvertretung

Die Behandlungsrichtlinie für die vertragszahnärztliche Versorgung regelt bereits die Diagnostik und das Behandlungsvorgehen bei Parodontitis. Der Antrag der Patientenvertretung zielt darauf, die bestehenden Regelungen zu überprüfen und gegebenenfalls um wichtige Behandlungsbausteine zu erweitern. Insbesondere klare Regelungen bezüglich einer organisierten Nachsorge und die Aufklärung der Patientinnen und Patienten über die Erkrankung sind zentraler Fokus aus Patientenvertretungssicht.